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Lebenswerk für den sozialen Frieden: Pastor Karl Pawlowski

Pastor Karl Pawlowski (1898-1964) gründete 1951 mit dem Johanneswerk e.V. einen diakonischen Trägerverband, der heute zu den größten in Deutschland gehört.

Karl Pawlowski wurde am 9. April 1898 in Hagen geboren und wuchs in Bochum auf, wo seine Eltern ein Christliches Hospiz betrieben. Von 1919 bis 1922 studierte Pawlowski Theologie in Marburg, Halle und Münster. Als Werkstudent war er im Altenbochumer Bergbau tätig und schrieb über diese Erfahrung: "Das Leben draußen vermochte mich mehr zu fesseln als das ruhige Arbeiten und Forschen." 1924 wurde er nach dem zweiten theologischen Examen als Hilfsprediger in die Zechensiedlung Radbod berufen. 

1926 übernahm er die Leitung des Ortsverbandes für Innere Mission in Bielefeld und fand hier ein Aufgabengebiet, das seinem Unternehmungsgeist entsprach und seine organisatorischen Fähigkeiten forderte. Der Ortsverband gründete unter Pawlowskis Leitung neue diakonische Einrichtungen und übernahm mehrere traditionsreiche Anstalten, die wegen finanzieller Schwierigkeiten ihre Arbeit nicht weiterführen konnten. Pawlowski sanierte die Häuser, in dem er tragfähige Konzepte für deren Nutzung entwickelte. Ein wichtiger Schwerpunkt wurde dabei die Altenarbeit.

Diakonischer Unternehmer mit neuen Zielen

Pawlowski sah als wesentliche Grundlage seiner Erfolge die Zusammenfassung diakonischer Einrichtungen.1945 wurde Pawlowski in die Leitung des Ev. Hilfswerks Westfalen berufen und konnte seinen Einfluss auf die Gestaltung diakonischer Arbeit nun entscheidend über den Bielefelder Raum hinaus erweitern. Das Hilfswerk organisierte die Sammlung von Geld und Sachspenden und richtete zahlreiche Notunterkünfte für Flüchtlinge, alte und kranke Menschen und elternlose Kinder ein. 1950 zog Pawlowski sich aus dieser Arbeit zurück, und wandte sich wieder seinen in Bielefeld angesiedelten Arbeitsfeldern zu. 

1951 gründete er das Johanneswerk e.V. als Dachverband für sieben diakonische Rechtsträger. Wesentliche Aufgabengebiete des Johanneswerks waren die Altenarbeit und die Jugendhilfe. Im Ruhrgebiet baute das Johanneswerk zahlreiche Berglehrlingsheime, in denen überwiegend jugendliche Flüchtlinge lebten, die einen Ausbildungsplatz im Bergbau gefunden hatten. Später kamen im Ruhrgebiet auch Heime für Kinder mit geistigen Behinderungen hinzu. 

Foto: Günter Rudolf

Karl Pawlowski machte sich einen Namen als "diakonischer Unternehmer mit neuen Zielen". Unter dieser Überschrift berichtete die Tageszeitung "Die Welt" 1952 über sein soziales Engagement. 1963 erhielt Karl Pawlowski das Große Bundesverdienstkreuz. Der damalige nordrhein-westfälische Arbeits- und Sozialminister Konrad Grundmann würdigte dabei Pawlowskis Lebenswerk, das zur Sicherung und Erhaltung des sozialen Friedens beigetragen habe. Am 22. August 1964 starb Pawlowski in Bielefeld.

 

Erfahren Sie noch mehr über Karl Pawloski in einem Vortrag von Bärbel Thau: undefined"Feierabend im Altersheim" - Pastor Karl Pawlowski als Motor der Bielefelder Altenhilfe

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