deutsch | english

Erziehung im Jugendhof Heidequell

Die Erziehungshilfe unterlag in den zurückliegenden 60 Jahren einem grundlegenden Wandel. Von den pädagogischen Konzepten, die heute die Förderung des einzelnen Kindes in den Mittelpunkt stellen, war die Heimerziehung in den 1950/60er Jahren weit entfernt.

Die damaligen Zustände in diakonischen Jugendhilfe-Einrichtungen wurden ab 2006 zum Thema der Öffentlichkeit. Ehemalige Heimkinder schilderten Misshandlungen und Missbrauch in Einrichtungen. Zwei Jahre später regte der Deutsche Bundestag die Gründung eines Runden Tisches an und empfahl in einem ersten Zwischenbericht unter anderem, die Geschichte der Jugendhilfe in dem fraglichen Zeitraum „lokal und möglichst konkret aufzuarbeiten“.

Die Stabsabteilung Archiv und Geschichtsschreibung im Ev. Johanneswerk hat vor diesem Hintergrund exemplarisch die Umstände und Zustände im Zeitraum von 1947 bis 1973 im Jugendhof Heidequell untersucht. Gestützt auf relativ gutes Quellenmaterial beleuchtet die Historikerin Bärbel Thau die Zeit von den Nachkriegsjahren bis zu einem besonderen Reformkurs Anfang der 1970er.

Vorstandsvorsitzender Pastor Dr. Ingo Habenicht: „Wir bedauern sehr, dass uns anvertrauten jungen Menschen Unrecht widerfahren ist.“ Sein Geleitwort zur Studie und der Ausblick erläutern, wie das Ev. Johanneswerk mit dem Thema umgeht. Die Aufarbeitung der Vergangenheit beginne damit, die Fehler nicht zu vertuschen, sondern genau hinzusehen und das eigene Tun zu reflektieren. Zweiter Schritt sei es, die Betroffenen um Verzeihung zu bitten. Und schließlich müsse aus der Vergangenheit für die Zukunft gelernt werden, betont Dr. Habenicht.

Die Untersuchung der Historikerin trägt den Titel „Die Erziehung dort lässt viel zu wünschen übrig – Der Jugendhof Heidequell in Oerlinghausen (1947 – 1973)“ und steht mit Dr. Habenichts Geleitwort sowie einem Ausblick undefinedhier zum Download bereit.

Einrichtungen & Angebote finden
zum SeitenanfangSeite druckenÜber diese Seite