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Diakonischer Auftrag ohen Grenzen

Das Albert-Schweitzer-Haus in Marienmünster liegt in einer großzügigen Grünanlage.
V.l.: Gudrun Scheer, Birgit Weber-Mörmel, Pfarrer Dr. Hillringhaus, Yoshitaka Imoto, Elisabeth Klennert, Noriko Shindo. Foto: Albert-Schweitzer-Haus

Japanische Gäste besuchen Albert-Schweitzer-Haus

Es war ein ganz besonderer Tag für das Albert-Schweitzer-Haus: Aus dem fernen Japan angereist, besuchten Pfarrer Yoshitaka Imoto und seine Mitarbeiterin Noriko Shindo das Alten- und Pflegeheim. Leiterin Elisabeth Klennert und Diakonin Birgit Weber-Mörmel als Seelsorgerin des Hauses durften ihre weitgereisten Gäste am 8. November begrüßten.

Pfarrer Yoshitaka Imoto hatte sich mit seiner Mitarbeiterin aus Japan auf den Weg gemacht, um Anregungen für die diakonische Altenhilfe in seiner Heimat zu gewinnen. Yoshitaka Imoto ist der Mitbegründer eines Diakoniewerkes in Futtsu in der Provinz Shiba (nahe Tokyo), das, ähnlich wie deutsche Diakoniewerke, verschiedene Arbeitsbereiche der sozialen Hilfe auf einem Campus vereint. Imoto hatte vor vielen Jahren an der Kirchlichen Hochschule Bielefeld-Bethel studiert und pflegt seit dieser Zeit den regen Austausch über diakonische Arbeit in Japan und Deutschland.

Der Kontakt zum Albert-Schweitzer-Haus wurde durch Pfarrer Dr. Klaus Hillringhaus, Leiter der Stabsabteilung Theologie und Diakonie und des Pastoralen Dienstes im Ev. Johanneswerk, hergestellt, der die Gäste aus Japan nach Marienmünster-Vörden begleitete. An den Gesprächen beteiligte sich außerdem Gudrun Scheer aus Bielefeld, die gemeinsam mit Noriko Shindo die Übersetzung in die jeweilige Muttersprache übernahm und auch wichtige Hinweise über kulturelle Merkmale der beiden Länder geben konnte. Gudrun Scheer verbrachte zwei Jahrzehnte in Japan, unterstützte die dortige kirchliche Entwicklung und den Gemeindeaufbau und initiierte diakonische Projekte.

Durch die optimale Übersetzung wurde ein differenzierter Erfahrungsaustausch möglich: Was macht diakonische Arbeit und Seelsorge in einem Altenheim des Ev: Johanneswerks aus? Es beeindruckte Pfarrer Imoto, dass die Bewohnerinnen und Bewohner neben der Pflege und der hauswirtschaftlichen und sozialen Betreuung auch spirituelle und seelsorgliche Begleitung erfahren, um ihr Leben in Würde und in Zuversicht auf Gottes Gnade beschließen zu können.

Die japanische Gesellschaft erwartet eine ähnliche demographische Entwicklung wie in Deutschland, und somit zeigte sich Pfarrer Imoto insbesondere an der Arbeit mit alten Menschen interessiert. Elisabeth Klennert konnte über rechtliche und wirtschaftliche Rahmenbedingungen der stationären Altenhilfe berichten und stellte das Wohn- und Pflegekonzept des Hauses vor. Beim Rundgang durch die Räume überzeugten sich die Gäste, wie es gelebt und angenommen wird.

Zum Schluss kamen die Gäste auf die Frage zu sprechen, die sie vor allen anderen beschäftigt: Wie können junge Menschen für die diakonische Arbeit gewonnen und befähigt werden, sie verantwortlich weiter zu führen und zu entwickeln? Die japanischen Besucher hoffen eines ganz besonders: Dass sich junge interessierte Japaner finden lassen, die sich selbst einmal auf den Weg nach Nordrhein-Westfalen machen um ganz persönliche Eindrücke von gelingenden Konzepten erhalten zu können. Und diese Eindrücke mit zurück in ihr Heimatland nehmen können. Die kulturellen und sprachlichen Barrieren lassen sich, wie dieser Besuch zeigte, schnell überwinden. Denn schließlich kennt der gemeinsame diakonische Auftrag keine Grenzen.

 
Text: Birgit Weber-Mörmel, Diakonin

Kontakt

Albert-Schweitzer-Haus
Berliner Str. 16
37696 Marienmünster-Vörden
Tel.: 05276 9850-0
Fax: 05276 9850-136
E-Mail: ash@johanneswerk.de


Hausleiterin:
Andrea Marx

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