
Mitarbeiter des Diakonischen Werkes Wittgenstein, die das Projekt begleiteten sowie Mitarbeitende des Vereins Waldland und des Regionalforstamtes. Foto: Gabriele Rahrbach-Reinhold
Bad Berleburg (JW). „Zwischen Chlorophyll und Eichhörnchen“, so der Direktor des Regionalforstamtes Siegen-Wittgenstein, Diethard Altrogge, befinden sich jetzt für eine Weile auch großformatige Bildcollagen von Kindern, die innerhalb der sozialpädagogischen Gruppenarbeit des Diakonischen Werkes Wittgenstein entstanden sind. Das Waldinformationszentrum Hohenroth ist damit um ein buntes Kunstprojekt reicher, das das ohnehin reizvolle Ambiente im Gebäude um leuchtende Farbenkraft bereichert.
Als Grundlage dienten zwölf Naturfotografien, die in neun Quadrate zerschnitten wurden. Die Bildausschnitte übertrugen die Kinder im Alter zwischen acht und zwölf Jahren dann auf eine 30 mal 30 cm große Leinwand, wo bei es ihnen überlassen blieb, welche Technik sie anwendeten. Manche tauchten den Finger in die Farbe und tupften ihn auf die Leinwand, andere bevorzugten den Pinsel.
Diplom-Bildhauerin Sonja Hausmann-Burda begleitete das Projekt künstlerisch und erläuterte den Entstehungsprozess bei der Vorstellung der Bilder durch den Verein Waldland mit seinem Vorsitzenden Dr. Lothar Bald und das Regionalforstamt, vertreten durch Diethard Altrogge. Die Kinder seien dazu angehalten worden, genau hinzuschauen und zu versuchen, die benötigten Farbtöne selbst aus den Grundfarben zu mischen. Dabei kam es nicht auf eine originalgetreue Kopie an, sondern um eine eigene kreative Umsetzung.
Ein sehr spannender Moment sei gewesen, so Sonja Hansmann-Burda, als die einzelnen Bilder dann wieder zusammengesetzt wurden. So entstanden Bilder, die schließlich als Vorlage für einen Kalender für Kunden und Freunde des Diakonischen Werkes Wittgenstein dienten, der im vergangenen Jahr sehr gute Resonanz fand.
Die Freude an den Bildern mit so klangvollen Namen wie „Eisrose“ oder „Krokuswiese“ war eine große Wertschätzung für die Kinder, die an zwei Nachmittagen in der Woche in der Gruppenarbeit gefördert werden. Wie Björn Borusiak, Koordinator der SPGA erläuterte, handelt es sich bei der sozialpädagogischen Gruppenarbeit um ein Familien unterstützendes Angebot im Rahmen der Hilfen zur Erziehung. Den jungen Menschen mit Verhaltensauffälligkeiten und Entwicklungsschwierigkeiten sollten bei diesem Angebot Alternativen sowohl im Sozial- als auch im Freizeitverhalten aufgezeigt werden.
Dies geschehe zur Zeit in drei Gruppen in Bad Berleburg, Bad Laasphe und Erndtebrück. Die Bilderaktion sei ein Teil dieses Angebotes und beweise den Kindern, dass sie in ihrer Eigenart und Individualität akzeptiert würden. Das bestätigte Ina Woithe, Sozialpädagogin des Diakonischen Werkes Wittgenstein. Den Kindern könne auf diese Art vermittelt werden: „Ich bin kreativ in der Gemeinschaft und kann gemeinsam etwas Neues gestalten“. Auch Geschäftsführer Thomas Dörr vom Diakonischen Werk Wittgenstein zeigte sich beeindruckt von den leuchtenden Bildern, die bewiesen, dass „aus der Vielfalt etwas Neues entstanden“ sei.
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